Kopfkino

Still und dunkel ist es. Ein leichtes Kerzenflackern nehme ich aus den Augenwinkel wahr. Ich kann mich nicht wirklich bewegen. Ich liege bäuchlings auf einem Bock festgebunden an Armen und Beinen die mich nach unten ziehen

Ich bin noch benommen von… Ja von wann eigentlich? Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren.. Ich weiss nicht wie lange ich hier schon liege, wann mein Herr fort ging. Ich weiss nur, dass mein Körper noch immer brennt.

Mein Herr hatte Lust mit seinem Eigentum zu spielen und seine Dämonen lagen heute schwer auf ihm. Mein Körper ziehren dunkelrote Striemen, mein Rücken, mein Arsch, meine Oberschenkel tragen seine Handschrift. Heute musste er sich nicht warm spielen. Kein Gefühl in seinen Augen… Nur dieses unbarmherzige Funkeln das keine Gnade kennt.

Die lange, dünne Gerte lag leicht in seiner Hand, er schwingt sie gerne und genießt das scharfe Zischen, dass sie beim ausholen in der Luft verursacht. Noch mehr genießt mein Herr aber die Geräusche die die Gerte beim auftreffen auf meine Haut macht. Ein lautes, helle Knallen durchbrach meine Schreie und mit jedem Schlag schossen mir heisse Tränen in die Augen. Ich vergass darunter Raum und Zeit, er ließ mich höher und weiter fliegen, ließ meine Dämonen jubeln…

Meine Tränen brennen immer noch heiss an meiner Wange… Ich spüre jeden einzelnen Striemen auf meiner Haut. Mein Herr hat mich wortlos verlassen. Er war vorerst fertig mit seinem Spielzeug, für den Moment hatte er keine Verwendung mehr für mich.

Ich kann seine Schritte plötzlich wieder hören, schwer hallen seine Schritte ihm voraus und Augenblicklich spannt sich alles in mir an. Die Tür öffnet sich, ich höre wie er Gegenstände auf einem Tisch hinter mir ablegt. Er tritt von hinten an mich heran. Ich spüre seinen Blick auf meinem Körper.
Der Teufel flüstert mir ins Ohr: „Du warst eine brave kleine Hure für deinen Herrn, ich denke es ist Zeit für eine Belohnung“

Stolz erfüllt mich, wie immer wenn ich weiß, dass ich ihm Freude bereiten konnte. Ich will ihm gefallen, seine Lust ist meine größte Freude und es erfüllt mich zu hören, dass er zufrieden mit seiner Sklavin ist.

„Halte still… Keine Bewegung… Es ist besser für dich wenn du tust was ich sage, hast du verstanden mein kleines Fickstück?“

„ja ich habe verstanden“
Ein heftiger Schlag auf meinen Arsch folgt meinen Worten, sofort ergänze ich „ja Herr, ich habe verstanden“
„Braves Mädchen“ sagt er und streicht sanft über mein Haar
„Vertraust Du mir? Willst du für immer meine Sklavin sein?“
„Ja Herr, das will ich, ich vertraue euch, ich gehöre euch“
Meine Worte gefallen dir und ich höre wie du Vorbereitungen triffst.

Eine Explosion, ein ungahnter und unvertrauter Schmerz durchzieht mich. Feuer auf meiner Haut. Ich brenne, ich schreie laut, will mich aus meinen Fesseln lösen aber du berührst mich sanft, flüsterst mir ins Ohr… „jetzt kann jeder sehen wem du gehörst und ich bin sehr stolz auf dich“

Mehr brauche ich nicht um sofort ruhiger zu werden….
Du hast mir meinen größten Wunsch erfüllt. Jetzt trage ich Dein Zeichen auf mir… Ich gehöre für immer dir und du hast mich als deine Sklavin auserwählt.

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Gabriel oder der Tanz der Dämonen

Ich habe Anweisungen von ihm per Kurznachricht erhalten. Unmissverständlich. Ohne Raum für Interpretation. Wir schreiben uns nun schon eine Weile hin und her. Die Tage an denen wir uns real sehen sind sehr rar gesäht und umso aufgeheizter ist die Stimmung an den Tagen dazwischen. Er weiß genau wie er mich triggern kann und meine Körpermitte reagiert sofort.

„Ich erwarte dich nackt, mit einem Halsband auf den Knien wartend. Du wirst die Wohnungstür angelehnt lassen und dich davor positionieren.“

So gerne ich auch meine freche Zunge einsetze und mit seiner Lust spiele und es genieße ihn zu reizen, weiß ich auch wann ich still sein muss, da es sonst nicht wirklich gut für mich endet. Gabriel und ich kennen uns seit zwei Jahren. Er war mit einer Mitbewohnerin locker befreundet und so lernte man sich zwanglos kennen. Gabriel hat eine unsagbar umwerfende Ausstrahlung. Er ist einer dieser Menschen, die einen Raum betreten und plötzlich wird es still und alle Augen richten sich auf ihn. Er ist nicht das was man klassischer Weise einen Schönling nennt, aber er hat definitiv das gewisse Extra. Die Mitbewohnerin zog irgendwann aus, Gabriel blieb. Als Freund.

Ich gehe recht offen mit meinen Neigungen um, meine Mitbewohner bekommen es früher oder später eh immer mit, da ich mich grundsätzlich immer bei mir mit meinen Spielpartnern treffe. So bewahre ich mir eine gewisse Kontrolle über die Treffen. Also wusste auch Gabriel relativ schnell über meine Vorlieben für ausgefallenes Spielzeug und Praktiken bescheid. Und zu meiner Überraschung eröffnete er mir in einer späten Stunde in der WG Küche, dass er seit ein paar Jahren in der Szene unterwegs sei. Dieses Geständnis öffnete neue Welten und unsere Gesprächsthemen wechselten schnell von Belanglosigkeiten zu der richtigen Griffigkeit von Schlaginstrumenten. Aus den Gesprächen wurden irgendwann Taten. Kleine Spielereien, ein fester Schlag auf den Arsch, an den Haaren ziehen, den Kopf nach hinten halten und das begierige Funkeln in seinen Augen. Gepaart mit dem Grummeln meiner Dämonen in den Tiefen meines Körpers begann eine Freundschaft mit dem kleinen Extra, die bis heute erhalten geblieben ist.

So machte ich mich bereit. Nach seinen Vorgaben. Meine Mitbewohner waren an diesem Tag ausgeflogen und ich wusste sicher, dass wir die nächsten Stunden die Wohnung für uns alleine haben werden. Bei der Nachbarschaft war ich mir nicht so sicher. Es war mitten am Tag, die Gefahr war groß, dass der ein oder andere seine Tageseinkäufe an unserer Wohnung vorbei schleppen würde und was er dann zu sehen bekommen würde, wäre garantiert eine Bildzeitungs-Überschrift wert gewesen. Ich kniete einzig mit einem Halsband bekleidet und mit gesenktem Blick vor der angelehnten Wohnungstür zur vereinbarten Uhrzeit. Gabriel ließ mich warten. Irgendwann hörte ich Schritte im Treppenhaus. Seine Schritte. Unmöglich zu verwechseln. Es war nicht das erste Mal, dass ich sie aus dieser Position heraus hörte. Er trat ein, schloss die Tür und atmete hörbar scharf ein. Ich wusste, dass ihm gefällt was er sah und meine inneren Dämonen tanzten vor Freude. Doch erneut ließ er mich kommentarlos warten ging an mir vorbei und verschwand für eine gefühlt unendlich lange Zeit im Badezimmer. Als er wieder zurück kam konnte ich nicht mehr widerstehen und blickte ihn an. Da stand er mit nacktem Oberkörper, lediglich mit seiner Jeans, die locker auf seinen Hüften saß bekleidet und sah mich finster an. Augenblicklich bereute ich meinen Verstoß, murmelte ein leises „Verdammt“ und blickte wieder hinab zu meinen Händen die auf meinen Knien ruhten. „Eigentlich wollte ich dich für deine gute Vorbereitung gerade loben, aber meine kleine Schlampe ist heute wohl nicht so brav wie ich dachte.“ Oh ja ich würde es bereuen. Mit einem scharfen „Beweg dich“ folgte ich ihm auf allen Vieren ins WG-Wohnzimmer. Wo sonst in fröhlicher Runde ein Monopoly-Spielbrett aufgebaut wird lagen eine kleine Auswahl an Spielzeug bereit. Ein Analplug, Hand-und Fußfessel, eine Spreizstange, eine Augenbinde und die Gerte. Bereits beim zurechtlegen der Dinge tropfte es in meiner Körpermitte und ich spürte eine wunderbar erregende Vorfreude. Wortlos legte er mir die Hand- und Fußfesseln aus weich gepolstertem Leder an. „Sitz“, ein Wort und ich begab mich erneut auf die Knie und blickte ihn neugierig an. Gabriel nahm auf dem Sessel platz und ich konnte das Funkeln in seinen Augen nicht nur sehen, es knisterte hörbar und ich wusste er war in Spiellaune. „Nimm den Plug und bring ihn zu mir, aber nicht mit den Händen“ Ich machte mich auf allen Vieren auf den Weg zum Tisch und versuchte den Plug mit meinem Mund aufzunehmen. Kalt fühlte sich das Metall an als ich die Spitze in meinen Mund nahm und ich bemühte mich ihn schnell wärmer werden zu lassen, da ich wusste wo dieser Plug gleich landen würde. Ich brachte ihn bemüht langsam zu ihm und blickte ihn währenddessen mit großen Augen an. Er lächelte sanft als ich bei ihm ankam, streichelte mir über den Kopf und die Wange und nahm den Plug in seine Hand. „Braves Mädchen, und nun dreh dich um und zeig mir deinen Arsch“. Ich genieße es den Stolz in seinen Augen zu sehen und in seinen Worten zu hören, sie treiben mich in jeder Situation an und so drehte ich mein Hintern immer noch auf allen Vieren zu ihm und legte meinen Oberkörper mit langgestreckten Armen auf dem Boden ab. Mein Hintern versuchte ich so gut es ging in die Höhe zu strecken. „Da kann es jemand wohl kaum erwarten, wollen wir doch mal sehen wie sehr.“ Und mit diesen Worten spürte ich das immer noch kalte Metall zwischen meinen Beinen. Er rieb mir das Metall über den Kitzler, trieb mich damit weiter an, mich ihm mehr und mehr entgegen zu strecken. Ein überraschender Schlag mit der Hand auf meinen Hintern ließ mich kurz inne halten. „Beweg dich nicht! Erst wenn ich es dir erlaube. Sei still oder du wirst heute Abend nicht mehr sitzen können“ Meine inneren Dämonen schrien laut und tanzten vor Freude, sie bettelten förmlich “ Ja bitte, bitte, süßer, wunderbarer Schmerz“ Aber ich blieb wie befohlen still und es kostete mich in dem Moment all meine Willensstärke die meine Dämonen gerade so her gaben. Er tauchte den Plug tief in mich ein und er konnte deutlich spüren wie feucht ich mittlerweile war. „Dreh dich um“ Er zog den Plug wieder aus mir hinaus und ließ mich ihn erneut in meinen Mund aufnehmen. Ich genieße es mich selbst zu schmecken in einer solchen Situation, ich blickte ihn dabei durchgehen an und er genoss es mich so erregt und fordernd zu sehen. Wie befohlen lecke ich den Plug sauber. „Dein Arsch. Jetzt!“ Sofort drehte ich mich, immer noch auf allen Vieren, wieder um und reckte mich ihm erwartungsvoll entgegen. Herrlich angewärmt drang der Plug in meinen Hintern ein. Ich liebe dieses Gefühl anal ausgefüllt zu sein sehr. Und mit einem kräftigen Schlag auf den Hintern ließ er mich ihn deutlich spüren. Er begann seine Finger in mich einzuführen und ich genoss die Massage meiner intimsten Stelle, während ich mit jeder Bewegung den Plug spürte. „Feucht und heiß, so habe ich meine kleine Schlampe am liebsten und jetzt aufstehen und an die Wand“. Ich stellte mich wie befohlen mit dem Gesicht zur Wand während ich mich positionierte trieb er mich mit leichten Schlägen auf den Hintern an. „Beine auseinander und Arme nach oben strecken“ Sein Befehlston wurde leiser, verlor aber nichts an Schärfe und ich hörte die zunehmende Erregung in seiner Stimme. Er trat nah an mich heran, seine Hände griffen meine Haare fest und zogen meinen Kopf streng zurück. Sanft ließ er seine Nasenspitze meinen gestreckten Hals entlang gleiten und flüsterte mir leise ins Ohr: „Die Spreizstange brauchen wir heute nicht, ich weiß du wirst dich nicht bewegen“ Oh Gott wie scharf er mich mit diesen Worten machte. Er führte meine Arme über meinen Kopf und presste sie überkreuzt an die kalte Wand. „Dein Safeword?“ Ich nannte es ihm und mit einem letzten Kuss auf meine Schulter trat er von mir weg. Eine Unendlichkeit später spürte ich den ersten Schlag der Gerte auf meinem Hintern. Er begann sein teuflisches Lied auf mir zu spielen, ließ mich die Gerte auf meinem Hintern und meinen Oberschenkel wieder und wieder spüren. Immer schneller und härter werdend schlug er sein Lied auf mir nieder. Meine Dämonen tanzten zu dieser so bitter-süßen Melodie und ich begann endlich zu schweben. Der Tanz endete abrupt und ich spürte Gabriel, wie er sich an mich presste, seinen Kopf in meinem Nacken vergrub und tief einatmete während seine Hände meinen Körper weiter erkundeten. Er drehte mich um und ich sah in seine pechschwarzen, funkelnden Augen. Er hat die Augen des Teufels und ich warte noch heute auf den Moment an dem ich mich an ihnen verbrenne. Er musterte mich während seine Hände meine Brüste fanden und fest zupackend zusammenpressend bis seine Finger bei meinen Nippeln ankamen. Er umspielte sie mit seinen Fingern, zog an ihnen, presste sie zusammen und er genoss meine Erregung die ich nicht mehr zurückhalten konnte. Meine Arme umschlungen seinen Hals, ich wollte ihn küssen, ihn schmecken. Alles in mir schrie nach Erlösung. „Was machst du da? Hab ich dir erlaubt dich zu bewegen?“ Ich schüttelte den Kopf „Nein“. Gabriel sah mich mit strengem Blick und hochgezogenen Augenbrauen an. „Nein, Herr“ knirschte ich. Ich hasse es ihn so ansprechen zu müssen und er weiß das genau. „Zurück an die Wand. Sieh mich an.“ Ich presste meinen heißen und mittlerweile mit Sicherheit roten Hintern an die Wand und genoss die kurze Abkühlung. So wie noch vor wenigen Momenten, stand ich erneut mit gespreizten Beinen und nach oben gestreckten Armen an der Wand, nur diesmal durfte ich ihn dabei ansehen. „Die Augenbinde brauchen wir heute nicht, ich will das du mich ansiehst, ich will deine Dämonen sehen“ Und erneut begann das Lied. Rhythmisch tanzte die Gerte zwischen meinen Beinen, fand zwischendurch meine Brüste, meine Nippel und ich genoss jeden einzelnen Schlag. Und er sah mich und ich sah uns.

Gabriel kann wunderbare Melodien spielen. Er versteht das Spiel mit der Gerte wie kein zweiter und weiß genau wann er fester und wann sanfter zuschlagen muss. Er macht an den richtigen Stellen Pause und hört an den richtigen Stelle nicht für eine Sekunde auf. Ich genieße die Momente mit ihm und ich weiß, dass ich alles richtig gemacht habe, wenn ich vor ihm knien darf und seiner Erregung mit meinem Mund Erleichterung verschaffen darf. Ich liebe es ihn dabei anzusehen, seine Erregung zu sehen, zu hören und das pulsieren in meinen Händen, in meinem Mund zu spüren. Er schmeckt herrlich und ich genieße jeden einzelnen Augenblick.

Ich werde an diesem Tag nicht kommen, das tue ich bei Gabriel nie. Das ist Teil unserer Vereinbarung. Er lässt meine Dämonen tanzen, aber mehr möchte ich nicht. Natürlich wünsche ich mir in der Situation manchmal nichts sehnlicher als erlöst zu werden und Gabriel weiß wie er mich kurz davor bringen kann, aber dieses kleine devot-masochistische Miststück hat diese Vereinbarung vor langer Zeit mit ihm getroffen und es ist ein bitter-süßer Teil unserer gemeinsamen Momente. Aber meine Orgasmen wünsche ich mir von einem anderen Mann.

Der Professor und sein neues Haustier

Mein Weg zum Petplay
Seit meinen frühesten Erinnerungen habe ich devote Fantasien. Ich kann mich an ein Kinderbuch aus sehr jungen Tagen erinnern. Darin ging es um ein Mädchen, dass schreckliche Angst vor der Schule hatte und fantasierte, dass die bösen Kinder von den Lehrern in einen Keller eingesperrt wird und die Schüler dort an den Wänden angebunden werden. Diese Vorstellung war in meinem Kopf für eine sehr lange Zeit in vielen Momenten allein in meinem Bett vorherrschend. Meine Vorstellung von Submission veränderten sich mit der Zeit und mit der ein oder anderen Beziehung konnte ich mein persönliches BDSM immer mehr entdecken. Nicht immer mit guten Erfahrungen, aber immer mit einer neuen Erkenntnis. Aber nie hatte ich auch nur irgendeine Form des Petplays in meinem Kopf. Nicht, dass ich es nicht schon immer ästhetisch gefunden hätte oder auch ein wenig erregend aber bewusst war es nie Teil meiner Fantasien oder Sehnsüchte.
Um von meinen Anfängen im Petplay zu erzählen muss ich euch den Professor vorstellen. Er wird noch häufiger Teil meines Blogs sein. Er hat mir nach Magnus eine Welt gezeigt, von der ich nie geglaubt hätte sie jemals zu betreten. Er ist es und wird es immer sein. Leider meint es das Schicksal gerade nicht gut mit uns aber das ist eine andere Geschichte.
Ich lernte den Professor vor ein paar Jahren kennen. Für ihn verlies ich nach nur wenigen Monaten des Kennens mit nichts außer meiner Kleidung und ein paar Kisten voller Bücher, meine Heimat und zog 800km gen Norden. Was das zwischen uns war oder ist kann ich nicht in Worte fassen aber ich werde es immer mal wieder hier auf diesen Seiten versuchen. Klar war zwischen uns von Anfang an: Ich bin devot und er ist dominant. Wir sprachen über unsere Vorstellungen, was dem jeweils anderen gefällt, vieles stimmte überein und den Rest fanden wir gemeinsam in so mancher Stunde heraus. Da wir zu Beginn nur die Wochenenden miteinander hatten, war diese Zeit zu zweit umso intensiver.
Die Wochenenden begannen schnell immer mit dem gleichen Schema. Ich legte mir vor der Wohnungstür mein Halsband an und der Tritt durch die Tür fühlte sich jedesmal wie das Betreten einer neuen Welt durch eine Tür im Schrank an. Alles aus der Woche fiel von mir ab und von dem Moment an, war ich nicht mehr Marie sondern seine Sub. Manchmal schrieb er mir vorher schon, dass ich mich nach dem Betreten nach einer bestimmten Vorgabe zu Kleiden, oder besser entkleiden hatte oder eine Position nach seinen Wünschen einzunehmen hatte während der mich auf ihn warten ließ. Nichts war Routine, außer das Anlegen des Halsbandes. Obwohl ich durch meine Zeit mit Magnus ein wenig Erfahrener war als er, lies er mich nicht einen Moment an seiner Dominanz zweifeln. Mit ihm war alles anders. Er verkörpert die Mischung aus dem dominanten Gentleman, dem romantischen Mann und manchmal dem lustigen Jungen, der so herrlich lacht und stundenlang über Programmierungscodes sinnieren kann. Aus einem Spiel heraus begann unser Sonntagsfrühstück an dem alles veränderten Tag anders als gewohnt. Nach einer kleinen Session am Morgen im Bett, befahl er mir mich auf alle Viere zu begeben und so den Weg zum Wohnzimmer zurück zu legen. Und so bewegte ich mich nackt, nur mit meinem Halsband bekleidet und mit locker zusammengebundenen Haaren ins Wohnzimmer. Kalt war der Weg und nicht sonderlich bequem, aber ich fand es trotzdem erregend, oder vielleicht auch gerade deswegen. Es war demütigend nicht aufrecht gehen zu dürfen und das ließ mich innerlich bereits beben. Eigentlich frühstückten wir Sonntags immer ausgiebig auf dem Sofa zusammen, nebeneinander sitzend. Aber an diesem Tag war es anders. Nachdem er mich ins Wohnzimmer hat „gehen“ lassen bat er mich mit den Worten „brav sitzen bleiben“ mich neben das Sofa auf dem Boden kniend hinzusetzen. Als Lob für mein rasches gehorchen streichelte er mir sanft über den Kopf und die Wange und lies mich zum anrichten des Frühstücks allein. Als er endlich seinen Platz eingenommen hatte, begann er langsam damit ein Brötchen zu schmieren, es in kleine Stücke zu schneiden und auf Seite zu stellen. Noch immer durfte ich nicht meinen Platz verlassen und neugierig beobachtete ich ihn während er mir hin und wieder einen Blick zu warf der mich warnend davon abhielt meine Position auch nur einen Millimeter zu verlassen. Irgendwann nachdem er selbst gegessen hatte reichte er mir kleine Stücke. Als ich mit meiner Hand danach greifen wollte schlug er auf selbige und schüttelte wortlos den Kopf. Das Stück Brötchen noch immer in seiner geöffneten Hand liegend streckte ich ihr meinen Kopf entgegen und begann aus seiner Hand zu essen. Dieser Moment hatte für mich etwas so unheimlich erregendes auf so vielen Ebenen. Zum einen war es sehr demütigend auf dem Boden vor ihm nackt zu knien, während er angezogen auf dem Sofa saß. Es ließ mich meine Stellung als Sub deutlich spüren. Es war erniedrigend nicht selbst essen zu können und meine Hände zum Essen nicht benutzen zu dürfen. Es gefiel mir nicht, ich wollte zu ihm, mich an ihn kuscheln und doch war ich so feucht und erregt wie selten zuvor. Sein wohlwollender Blick und dieser Stolz in seinen Augen, dass ich ihm gehorchte war meine größte Freude in dem Moment. Irgendwann löste sich die Situation auf, aber irgendwas lag nun in der Luft, etwas hatte sich verändert.
Mehr passierte an diesem Wochenende nicht in der angedeuteten Richtung. Es war bereits Sonntag und meine Abreise stand wieder bevor. Aber im Laufe der Woche begannen wir über Kurznachrichten und Telefonate über das Geschehene zu sprechen. Er erzählte mir, dass ihn das Petplay seit einiger Zeit interessierte und ihn die Vorstellung von einem kleinen, eigenen Hündchen nicht mehr los lies. Er wünschte sich ein Hund, den er erziehen und führen, aber auch beschützen und umsorgen kann. Seine Worte öffneten eine neue Vorstellung in meinem Kopf, ich als Hund an seiner Seite. Ich war fasziniert und erregt zu gleich und wir setzten uns gemeinsam mit dem Thema näher auseinander. Am folgenden Wochenende kauften wir ein wenig Ausstattung: ein großes Hundebett, eine Leine und einen Napf. Die darauffolgenden Tage verbrachte ich überwiegend auf allen vieren und an der Leine. Mein Herrchen schlief in den folgenden Nächten allein im Bett. Ich durfte es mir daneben auf meinem großen Hundebett gemütlich machen. Es gefiel mir nicht, ich wollte zu ihm, mich an ihn schmiegen und seine Streicheleinheiten geniesen, aber er wollte nicht, dass sein Hund im Bett schläft. Manchmal liess er sich aber doch erweichen und wer kann schon einem kleinen Hund mit großen Augen etwas abschlagen wenn er mitten in der Nacht ins Bett gekrochen kommt. Aber auch da schlief ich am Fußende, erst wenn er mich zu sich ranzog wusste ich, dass ich mich wieder an seine Brust kuscheln durfte. Das Frühstück nahm ich von da an immer von ihm vorbereitet aus dem Napf zu mir. Ein Gefühl begleitet mich dabei immer, welches ich nicht in Worte fassen kann. Diese Mischung aus Erniedrigung, Erregung und Freude, dass mein Herrchen so glücklich und stolz auf mich ist, lässt mich auch heute noch fast wahnsinnig werden. Gemeinsame Spaziergänge in der Abendämmerung an der Leine oder das leise gehauchte „braves Hündchen“, das Schlafen im Hundebett oder das Essen und trinken aus einem Napf, ich liebe jeden Aspekt dieses Pet seins. Da lag es auch nahe, dass unsere Spielsammlung um einen Tailplug und einen vom Herrchen selbstgebauten Hundekäfig schnell erweiter wurde. Als er mir einmal befahl zu bellen während er mich hart von hinten nahm und der Tailplug zeitgleich in mir mich jede seine Bewegungen spüren liess, Gott ich bin noch nie so schnell und heftig gekommen und seine Erregung dabei schien ebenfalls ins unendliche zu schiessen. Wir hatten unseren Weg gefunden.
In unserem Petplay ging es aber nie darum möglichst realitätsnah ein Hund zu sein, auch wenn das bellen beim Sex durchaus kein einmaliges Vorkommen war, sondern um dieses besondere Zusammenspiel zwischen Pet und Herrchen. Ich lege als Pet jegliche Kontrolle ab, ich trage keine Verantwortung für nichts und niemanden. Er ist es der bestimmt, der sagt wo und wann ich schlafe, der sagt wann und was ich esse, auf den ich still sitzend warten muss und der für diese Momente die totale Kontrolle und Führung über mich übernimmt. Es ist die Mischung aus totaler, freiwilliger Hingabe, liebevoller Erniedrigung und der Wunsch nach Erziehung aus unser beider Sicht, die es so einzigartig für mich macht. Aber dazwischen gab es immer wieder auch Raum für die Sub und auch für Marie. Wir lebten unser Petplay nicht in einer abgesprochenen Session aus, sondern auch einfach von einem Moment auf den nächsten und konnten unter den einzelnen Facetten unseres Zusammenspiels auch gut switchen.
Mein größtes Bedürfniss war und ist es noch heute mein Herrchen glücklich zu machen. Den Stolz in seinen Augen zu sehen wenn ich ihm das Pfötchen entgegen gestreckt habe, wenn ich besonders artig in der von ihm vorgegeben Position auf ihn geduldig gewartet habe war und ist auch heute noch mein größtes Glück. In den Momenten in denen ich sein Pet sein darf fühle ich mich so unendlich beschützt und sicher gegen alles und jeden auf dieser Welt. Nichts kann mir was anhaben mit meinem Herrchen an meiner Seite.

Bei dem Professor und im Beginn meiner Erfahrungen mit dem Petplay wählten wir aus dem Spiel heraus den Hund. Ich kann mir bei ihm kein anderes Tier vorstellen. Wir haben unser Zusammenspiel immer weiter entwickelt und um die ein oder andere Komponente des Hund und Halter seins immer weiter ergänzt. Aber dies ist für mich so besonders und mit keinem wiederholbar, dass ich entschieden habe, dass dieser Teil nur für ihn reserviert ist. Auch wenn wir aufeinander noch eine sehr lange Zeit aus beruflichen Gründen vermutlich verzichten müssen, lies mich der Petplay Bereich nie ganz los und wenn ich jetzt spiele und dieses Bedürfniss nach Kontrollabgabe und Hingabe mich nicht mehr loslässt nehme ich die Rolle einer Katze ein. Auch hier gibt es ganz wunderbare Gestaltungsmöglichkeiten, aber dazu dann an anderer Stelle mehr.

Magnus

Aus aktuellem Anlass möchte ich euch von einer ziemlich einschneidenden Zeit in meinem Leben erzählen. Ich wollte eigentlich in diesem Blog mehr oder weniger chronologisch vorgehen, aber in meinem Kopf sprudeln gerade die Gedanken und die Erinnerungen an diese wirklich bittere Zeit. Die Worte müssen raus und vielleicht hilft es manch einem meine Fehler zu vermeiden.

Auch wenn ich nun schon früh die Gewissheit hatte, dass ich devot veranlagt bin und mich das Spiel mit Macht und Schmerz gedanklich reizte, war es doch nicht einfach den passenden Partner und Rahmen dazu zu finden. Aber das Internet ist ja offen für alle Arten von Lust und über eine kleine, hierzulande wohl unbekannte Datingseite lernte ich Magnus kennen. Ein paar Erfahrungen hatte ich schon hier und da gesammelt, was man aber bestenfalls als Soft-SM bezeichnen könnte. Die Chats begannen wie sie so oft begannen, aus einer Geilheit heraus und er gab mir das Gefühl kein Kopfkino sei zu pervers für ihn. Ich wollte endlich erfahren, wollte mich in die Hände eines starken Herr geben und er gab mir mit seinen Worten die Gewissheit, dass er mir genau das geben konnte, was ich wollte. Ich wohnte damals bereits in einer WG und da fühlte ich mich sicher genug ihn zu mir einzuladen. Mein erster Gedanke als ich ihn das erste Mal sah, war: „Oh mein Gott bist du groß“. Mir kam ein ca 1,90 großer Mann mit breiten Schultern entgegen, alles an ihm strahlte Selbstsicherheit und Souveränität aus. Eigenschaften die mich auch heute noch schnurren lassen und da er deutlich älter als ich war gab er mir gleich ein Gefühl von Untergebenheit. Wären meine Mitbewohner nicht anwesend gewesen, ich wäre beim Türöffnen sofort vor ihm auf die Knie gegangen.
Die ersten Treffen verliefen noch recht harmlos. Es war klar vereinbart, dass wir zusammen spielen werden aber darüber hinaus keine Beziehung angestrebt wird. Erste Erfahrungen mit der Gerte und einer sanften Peitsche ließen mich schweben. Ich hatte das Gefühl mich absolut hingeben zu können. Immer mehr Punkte aus meinem Kopfkino wurden erfüllt. Aber wenn ich zudem Zeitpunkt in mich hineingehört hätte, hätte ich mich schreien hören. Ich wurde zwar darin bestätigt, dass ich Schmerzen geil finde und ich ein gewisses Maß an Schmerz auch brauche um zum Höhepunkt zu kommen aber dieser Mann trug mich über meine Grenzen hinaus. Alles verlief im Einverständnis, er hat mich nie direkt zu etwas gezwungen. Aber indirekt hätte jeder sehen können, dass ich immer mehr gab aus einer mittlerweile entstandenen Abhängigkeit heraus. Er gab mir nach jeder Grenzerweiterung das Gefühl die beste Sub zu sein, er belohnte mich mit Worten und Zuneigung, blickte mich mit diesem Stolz an und ich war seine “ brave Schlampe“. Seine Worte und Gesten trieben mich an. Seine Anerkennung zu bekommen war mein unausgesprochenes Ziel. Alles an diesem Mann zog mich an, seine Größe, seine Dominanz auch außerhalb des Schlafzimmers, sein Witz und ich begann mehr Gefühle zu entwickeln. Er war alles was ich wollte, denn er zeigte mir eine Welt nach der ich mich so lange gesehnt hatte. Jegliche Vernunft war aus meinem Körper verschwunden. Im Alltag bin ich eine kluge und selbstbewusste junge Frau, ich habe eine Führungsposition inne und agiere verantwortungsbewusst. Aber dieser Mann ließ mich jegliche Vernunft vergessen. Ein Safeword wurde nicht vereinbart, auch wenn ich theoretisch wusste, dass es sowas geben sollte. Da hätte ich gehen sollen. Aber ich wollte diesen Mann. Er wusste das, nahm es war und erwiderte scheinbar meine Gefühle und um ihn zu halten tat ich alles. Ein Satz brannte sich in meinen Kopf, er sagte einmal zu mir, dass ich ihm nie Langweilig werden darf. Das wäre für ihn immer ein Grund die Beziehung zu beenden. An diesem Punkt hätte ich meine Sachen nehmen sollen und hätte sagen sollen: „Dann fick dich doch selber“. Was ich aber tat, war genau das Gegenteil. Ich war gefangen in dieser Mischung aus Faszination und der Sucht nach mehr und der vermeintlichen Liebe zu diesem Mann.
Ich war gefangen und er nutzte es zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Er schlug mich härter, trieb mir Tränen in die Augen, ließ mich schreien und verletzte mich sichtbar an Körperstellen, die man beim Bearbeiten besser auslässt. Eine Gerte oder eine Peitsche empfand und empfinde ich auch heute noch als ein herrliches Instrument. Ein Rohrstock ist für mich ein absolutes nogo. Er verursacht einen zu harten Schmerz und lässt jegliche Erregung bei mir verschwinden. Es war sein bevorzugtes Instrument. Und aus vermeintlicher Liebe und der Sucht nach mehr Anerkennung ließ ich alles mit mir machen. Der Rohrstock hinterließ bereits heftige Spuren aber der reichte ihm nicht mehr länger. Ich liebe Spuren auf meiner Haut, aber dazu gehört eine gute Vorbereitung und eine sichere Aftercare.
Ohne große Vorankündigung bekam ich beim Ficken seine Faust in meinem Bauch zu spüren. Ich konnte sehen wie sehr es ihn erregte mich schreien zu sehen, er kam erst wenn ich laut weinte und je mehr ich weinte und schrie umso geiler wurde er und schlug heftiger zu. Hinterher betete ich insgeheim, dass die Faustschläge in meinen Bauch keine Konsequenzen mit sich tragen würden.
Immer mehr Spielarten eroberten unsere gemeinsamen Stunden. Er liebte es meine Haut zu zeichnen. Anfangs nur mit Nadeln, später kamen Cuttermesser und andere Messer zum Einsatz. Er wollte mich kennzeichnen und jeder sollte sehen dass ich ihm gehöre und das fand ich einerseits erregend, aber es hatte Auswirkungen in mein „anderes“ Leben, meinen Freundekreis. Versteht mich nicht falsch, ich gehe sehr offen mit meiner Sexualität um, aber ich denke auch, dass nicht jede Vorliebe breit getreten werden muss, vor allem wenn es um die Extremen geht. Er ging immer weiter und obwohl er wusste, dass ich zum Beispiel das Cutting an sichtbaren Stellen ablehnte, führte er es dennoch durch und ich konnte mich in der Situation nicht wehren. Durch ihn wurde ich dazu gezwungen bestimmte Aspekte und Vorlieben Preis zu geben, die ich nicht preisgeben wollte. Für ihn war meine Scham hinterher die pure Befriedigung.
Alle Dimensionen dieser Beziehung kann ich gar nicht hier aufschreiben, es würde ein Buch füllen. Heute weiß ich, dass dieser Mann nicht dominant war, er war ein reiner Sadist und lebte seine Phantasien an mir aus, ohne die angebrachte Vorbereitung, ohne die notwendige Verantwortung die ein Dom mitbringen muss. Natürlich bin auch ich nicht ganz unschuldig an dieser toxischen Beziehung. Ich musste lernen, dass es nicht die Definition einer guten Sub ist alles mit sich machen zu lassen. Grenzen abzustecken ist wichtig und Sicherheit geht immer vor. Die Pflege davor und danach ist wichtig, auch ein Punkt der in dieser Beziehung so gut war gar nicht vorkam. Seine Vorlieben und Bedürfnisse waren das Maß unserer Spiele und das darf in einer gesunden S/M Beziehung nicht der Fall sein. Beide Seiten zählen, es kann nicht das Ziel sein, dass eine Seite verschwindet und sich aufgibt.
Ich habe durch diese Beziehung gelernt was ich nicht will. Und bin in dem was ich will klarer hervorgegangen. Nicht jedes Kopfkino ist in der Realität genauso geil und für alles was man ausprobieren möchte braucht es einen verantwortungsbewussten Partner und viel Kommunikation. Es muss passen, aber für beide Seiten.

Gewissheit

Ich glaube es war schon immer in mir, diese kleine dunkle Ecke, die ich heute so gerne besuche. Da war ein Verlangen, ein lauter werdendes Verlangen nach mehr. Ich weiß, ich war noch nicht wirklich in der Lage zu verstehen oder dieses Verlangen zu benennen, aber wenn man es bereits bei den ersten bewussten und sexuell motivierten Versuchen sich zu Befriedigen gern hat sich selbst den Hintern mit einer Bürste zu versohlen oder sich in die Brustwarzen zu kneifen, weiß man wohl, dass das etwas ist, dass nicht jeder macht.

Mein erstes Mal erlebte ich mit 15. Ich weiß noch warum ich ausgerechnet ihn so anziehen fand. Wir waren etwa im selben Alter und er genauso (un-)erfahren wie ich. Ich lernte ihn in einer Situation kennen, in dem ich beobachten konnte wie er selbstbewusst und sehr dominant gegenüber einem gemeinsamen Freund auftrat und ihn wegen eines Vorfalls streng zurecht wies. Ich kann gar nicht beschreiben was das in mir auslöste, aber ich fühlte mich sofort von ihm angezogen. Das war es was ich wollte. Ohne es wirklich benennen zu können wollte ich diesen starken und selbstbewussten Jungen, es zog mich magisch an. Ich würde jetzt gerne berichte, dass unser erstes Mal ebenso magisch seinen Höhepunkt fand und wir gemeinsam die große Spielwiese des BDSM entdeckten, aber wir leben ja in der richtigen Welt. Sobald wir alleine waren, war er eben, was Jungs in dem Alter sind. Unsicher, schüchtern, ohne jegliche Erfahrung und da meine Erfahrung den gleichen Stand hatte und ich eben auch das war, was junge Mädchen in dem Alter sind, unsicher, schüchtern und unerfahren, verlief unser gemeinsames erstes Mal entsprechend. Ich glaube mindestens einer von uns trug dabei noch seine Socken.

Wie so oft mit der ersten großen Liebe, hielt die Beziehung nicht lange, aber in mir wurde es klarer. Ich wünschte mir einen Partner, der mich führen würde, der mir zeigt, mich unterrichtet und bei dem ich mich sicher und beschützt fühlen kann. Hätte man mich zu dieser Zeit gefragt wie mein Idealer Partner aussieht, hätte ich es vermutlich noch nicht so genau benennen können, aber stärker wie zuvor zogen mich große, meist auch ältere und nach außen dominant wirkende Männer mehr und mehr an. Meine Erleuchtung schuf eine Nacht und ein Film den ich mir auch heute noch immer und immer wieder an sehen kann. Viele die in der BDSM Szene unterwegs sind kennen den Film „Secretary“ und ich weiß, dass der Film durchaus kontrovers diskutiert wird, da er eine junge, sensible Frau mit einem schwierigen Elternhaus und Selbstverletzungstendenzen zeigt, die ihre Erfüllung im BDSM findet. Er benutzt Klischees, das ist mir heute durchaus bewusst, aber diesen Aspekt nahm ich beim ersten Mal ansehen überhaupt nicht war. Was ich sah, war die Hingabe einer jungen Frau zu einem dominanten Mann, der mit Lust Kontrolle ausübt. Eine Kontrolle, die über das sexuelle hinausgeht. Beide gehen darin auf, beide brauchen das Spiel mit der Macht und der Unterwerfung. Ich war fasziniert mit jeder Minute, die ich den Film weiter sah. Alles in mir schrie: „Das! Genau DAS!“ Noch heute lässt der Satz “ 3 Erbsen, ein Löffel Kartoffelpüree und Eis soviel du möchtest“ mich sofort feucht werden und es kribbelt in jeder Faser meines Körpers für einen Moment, ich habe ein Lächeln im Gesicht und mein innerer kleiner Teufel schreit. „Das!Jetzt“.

Nur um das aber nochmal klar zu erwähnen. Ich habe kein schlechtes oder gewaltvolles Elternhaus erlebt, ich habe keinen sexuellen Missbrauch kennen lernen müssen oder verletzte mich, aus welchen Gründen auch immer, selbst. Ich habe keine Depression erlebt und hatte noch nie suizidale Gedanken. Ich kann nicht sagen, warum ich gerne Schmerzen beim Sex erlebe, warum es mich erregt wenn ein Mann mich streng ansieht und ich mich gerne auf allen vieren bewege und freiwillig dienen möchte. Aber ich liebe das Gefühl des Loslassens. Die Kontrolle abgeben zu können, keine Verantwortung tragen zu müssen, keine Entscheidung zu treffen, ganz die Seine zu sein, das ist es was ich will und brauche. Diese Gewissheit, dass das was ich empfinde und diese Sehnsucht von anderen geteilt wird, habe ich durch diesen Film erstmals erfahren und deshalb ist er mir noch immer so wichtig. Ich konnte zum ersten Mal konkret sehen und beschreiben was ich bin und was ich wollte.